23 April 2017

[Rezension] Nicola Yoon - Du neben mir








Originaltitel: Everything, Everything

Format: Taschenbuch
Genre: Liebe, Roman, Slice of Life
Release: 17. April 2017

Seiten:
336
Verlag: cbt

ISBN: 978-3-570-31099-1

Preis: 9,99 € [D], 10,30 € [A]









Die Liebe ist jedes Opfer wert.
Jedes.

Die 17-jährige Madeline hat noch nie das Haus verlassen, denn sie leidet an einer seltenen Immunkrankheit. Bisher war das kein Problem, weil sie es nicht anders kennt. Doch als im Nachbarshaus der geheimnisvolle Ollie einzieht, kommen sich die beiden so nah, wie es für Madeline möglich ist. Plötzlich möchte sie die Welt außerhalb ihres sterilen Zimmers entdecken, die sie sonst nur aus Büchern kennt. Selbst wenn es bedeutet, dafür ihr Leben zu riskieren...
Quelle: Verlag








Ich bin so oft an diesem Buch vorbei gegangen und hatte so oft einen Blick hinein geworfen, sodass ich es schon lange lesen wollte. Allerdings schreckte mich dieses ernste Thema bezüglich Immunkrankheiten ab, sodass ich mich nie an dieses Buch wagte. Ich bin dafür viel zu nah am Wasser gebaucht. Doch dieses Mal soll es anders sein!

Da die Protagonistin an eine seltene Immunkrankheit leidet, hatte ich eine sehr deprimierende und auch eintönige Geschichte erwartet - während die Protagonistin im Selbstmitleid versinkt. So erlebt man es schließlich oft bei jeweiligen Geschichten - ohne dabei herzlos klingen zu wollen. Man merkt der Protagonistin an, dass sie mit ihren 17 Jahren bereits einiges durchgemacht hat, doch so jammert sie nicht und versinkt nicht im Selbstmitleid, stattdessen macht sie das Beste aus den Situationen, während ihre starke Persönlichkeit authentisch wirkt.

Interessant wird es, als im Nachbarshaus Olly mit seinen Eltern einzieht. Zwar finde ich ihn nicht geheimnisvoll aber interessant - eben auch aus dem Grund, weil er das komplette gegenteilige Leben zu Madelines führt. Zumal ich auch das Gefühl hatte, dass es deutlich abgelegt wurde, auf wessen Seite ein harmonisches Leben existiert.
Der Kontakt zwischen Madeline und Ollly wirkt so echt, sodass ich sehr neugierig und gebannt war. Es schien nicht so, als würde auch nur ein Schritt überstürzt getätigt werden. Stattdessen war eine gewisse Vorsicht zu spüren, die ich ebenso anziehend fand.

Als Leser beginnt man sich genauer mit der Protagonistin und mit einigen Fragen zu befassen. Durch Madelines Art, hatte ich das Gefühl, dass ein Appell immer deutlicher hervortritt: Betrachte dein Leben als ein Geschenk.
Eben aus diesem Grund, ging mir die Geschichte sehr zu Herzen!

Und doch störten mich einige Fakten. Man merkt deutlich, wie gut sie einander tun, wie leicht es ihnen fällt mit Banalitäten aber auch ernste Themen umzugehen. Wie kann man also als Protagonistin beinahe gelassen, mit einer gewissen Ruhe reagieren?
Womöglich sind nicht alle in solch einem Alter so aber ich meine mich erinnern zu können, dass man in diesem Alter gegen vieles rebellierte. Besonders dann, wenn es sich um jene bestimmte Themen handelt. In diesem Sinne hat mir einfach das Feuer gefehlt.

Dennoch hat die Autorin eine interessante Geschichte, mit starken Protagonisten erschaffen. Ich fand es interessant, dass sie nicht auf einer Stelle stehen blieben. Stattdessen waren ihnen die Entwicklungen mit all den Stärken und Schwächen in einem realistischen Zeitabschnitt anzumerken.
Mir gefiel der einfache Schreibstil der Autorin und auch die Illustrationen, Diagramme und handschriftlichen Notizen tragen ihren Teil für eine angenehme Lesezeit bei. Da die Geschichte aus der Perspektive der Protagonistin beschrieben ist, konnte ich die Gefühle von Madeline nur zu gut verstehen, die von ihr ausgingen. In den wenigen Seiten wächst man mit der Protagonistin sehr zusammen und dennoch hätte ich mir doch etwas mehr Aufmüpfigkeit von ihr gewünscht. Ich bin davon überzeugt, das sich sie nur umso liebenswerter gefunden hätte.

Dennoch gibt es etwas zu bemängeln und somit ein Punktabzug. Kam es mir nur so vor oder wirkte einiges hingeklatsche und letzten Endes doch überstürzt? Es schien mir so, als hätte sich die Autorin nur eine gewisse Seitenanzahl vorgenommen, die sie keines Weges überschreiten wollte, sodass es den Anschein machte, als müsste einiges unbedingt in die letzten Seiten gequetscht werden. Sehr schade, denn die Geschichte an sich ist interessant und spannend, während die Protagonisten auf ihre Art interesssant und sehr liebenswert sind!



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Trotz dem - meines Erachtens - hingeklatschten Ende, handelt es sich um eine liebevolle Geschichte mit ebenso liebevollen Details. Der flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass in kurzer Zeit viele Seiten verschlungen werden, während die Illustrationen schön anzusehen sind und zur Protagonistin passen. Zwar dürfte man das Buch in kurzer Zeit durchgelesen haben aber es lohnt sich dennoch!



 



Vielen lieben Dank an die:
und auch einen herzlichen Dank an den
Cbt-Verlag
die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

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